Zwischenblutung oder Schmierblutung: was ist der Unterschied?
Von einer Zwischenblutung spricht man, wenn zwischen zwei Perioden Blut aus der Scheide kommt. Ist die Blutung nur schwach, also ein paar Tropfen in der Slipeinlage oder rosa bis bräunliche Spuren beim Abwischen, nennt man sie Schmierblutung (im Englischen „Spotting“). Die Periode selbst ist dagegen deutlich stärker und dauert mehrere Tage.
Eine Schmierblutung ist oft harmlos, sollte aber nicht einfach ignoriert werden. Der britische Gesundheitsdienst NHS ist da klar: Jede ungewöhnliche Blutung zwischen den Perioden oder nach dem Geschlechtsverkehr sollte ärztlich angeschaut werden. In Deutschland ist deine erste Anlaufstelle die Frauenarztpraxis. Dieser Artikel soll dich nicht beunruhigen, sondern dir helfen, mögliche Ursachen einzuordnen und zu wissen, wann du dir Hilfe holen solltest.
Zwischenblutung: die häufigsten Ursachen
Hormonelle Verhütung (Pille, Ring, Pflaster, Hormonspirale)
Das ist eine der häufigsten Ursachen. Laut NHS sind Zwischenblutungen (auch „Durchbruchblutungen“ genannt) oder Veränderungen der Periode in den ersten Monaten mit der kombinierten Pille häufig. Auch gesundheitsinformation.de (IQWiG) schreibt, dass hormonelle Verhütungsmittel besonders in den ersten Monaten zu Zwischenblutungen und unregelmäßigen Blutungen führen können. Vergessene Pillen, Probleme mit Pflaster oder Ring und die Einnahme der „Pille danach“ können ebenfalls Blutungen auslösen.
Halten die Blutungen länger als drei Monate an und stören dich, rät der NHS, mit einer Ärztin oder in der Apotheke darüber zu sprechen: Manchmal hilft ein anderes Präparat oder ein anderes Einnahmeschema. Setz die Pille aber nicht eigenmächtig ab, ohne an einen anderen Schutz vor Schwangerschaft zu denken.
Blutung beim Eisprung (Mittelblutung)
Manche Frauen haben um den Eisprung herum, also etwa in der Zyklusmitte, eine leichte Blutung. Die Cleveland Clinic erklärt das mit dem Abfall des Östrogens direkt nach dem Eisprung, durch den sich ein kleiner Teil der Gebärmutterschleimhaut lösen kann. Diese Schmierblutung ist sehr schwach, rosa bis hellrot, manchmal bräunlich, und dauert meist ein bis zwei Tage.
Sie betrifft nur eine Minderheit: laut Cleveland Clinic etwa 8 % der Frauen, in der BioCycle-Studie, die 201 Frauen mit regelmäßigem Zyklus Tag für Tag begleitet hat, waren es 4,8 % der Teilnehmerinnen. Wenn du so eine Blutung zum ersten Mal bemerkst, ist es trotzdem sinnvoll, sie abklären zu lassen, statt sie sofort dem Eisprung zuzuschreiben.
Eine frühe Schwangerschaft
Der NHS nennt als mögliches frühes Schwangerschaftszeichen eine Blutung, die wie eine sehr schwache Periode mit etwas Schmierblutung aussieht und ungefähr dann auftritt, wenn die Periode fällig wäre: die sogenannte Einnistungsblutung. Wenn du unsicher bist, schafft ein Schwangerschaftstest Klarheit. Laut familienplanung.de ist das Ergebnis ab dem Tag sicher, an dem die Periode kommen sollte; ein negativer Frühtest sollte dann wiederholt werden.
Polypen, Myome und Infektionen
Der NHS nennt außerdem kleine Gewebewucherungen in oder an der Gebärmutter wie Polypen oder Myome sowie sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien. Laut gesund.bund.de sind Schmier- und Zwischenblutungen das Hauptsymptom von Gebärmutterpolypen; sie treten bei etwa drei Vierteln der betroffenen Frauen auf, meist nur in kleinen Mengen. Die Cleveland Clinic ergänzt weitere Infektionen (Pilzinfektion, bakterielle Vaginose) und Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut.
Nach dem Sex kann eine Blutung (Kontaktblutung) auch von einer Ektopie am Gebärmutterhals, einem Polypen am Muttermund oder Scheidentrockenheit kommen.
Wann solltest du zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt?
Der NHS empfiehlt eine ärztliche Abklärung, wenn du zwischen den Perioden oder nach dem Sex blutest, besonders wenn das neu, unerklärt oder wiederholt auftritt. Er weist auch darauf hin, dass solche Blutungen manchmal ein Zeichen für Krebs sein können. Das ist selten, aber genau deshalb ist es besser, eine ungewöhnliche Blutung anschauen zu lassen, statt abzuwarten.
- Sofort: wenn deine Periode ausgeblieben ist, du eine ungewöhnliche Blutung hast und Schmerzen im Bauch oder Unterbauch. Laut NHS kann das auf eine Eileiterschwangerschaft hindeuten; auch Frauenärzte im Netz beschreibt Bauchschmerzen oder Schmierblutungen nach ausgebliebener Periode als typische Anzeichen. Bei starken Schmerzen, Kreislaufproblemen oder starker Blutung ruf den Notruf 112.
- Zeitnah: Blutungen nach dem Sex, wiederholte Zwischenblutungen oder Blutungen mit ungewöhnlichem Ausfluss, Fieber oder Schmerzen. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
- Beim nächsten Termin: Schmierblutungen unter der Pille, die länger als drei Monate anhalten, oder eine Periode, die deutlich stärker wird.
- Immer: jede Blutung nach den Wechseljahren.
Was beim Termin passiert
Laut NHS fragt die Ärztin oder der Arzt nach deinen Beschwerden und deiner Vorgeschichte und bietet gegebenenfalls einen Schwangerschaftstest, eine Blutuntersuchung, einen Test auf sexuell übertragbare Infektionen (Urin oder Abstrich) und eine Untersuchung von Scheide und Gebärmutterhals an. Bei Bedarf folgt ein Ultraschall oder eine weitere Untersuchung.
Du machst den Termin deutlich ergiebiger, wenn du ein paar genaue Angaben mitbringst:
- An welchem Zyklustag treten die Blutungen auf?
- Wie lange dauern sie, welche Farbe und Stärke haben sie?
- Treten sie nach dem Sex auf?
- Welche Verhütung nutzt du, und hast du kürzlich etwas umgestellt oder eine Pille vergessen?
- Gibt es Begleitbeschwerden wie Schmerzen, Ausfluss oder Fieber?
Schmierblutungen mit Luteal festhalten
In Luteal kannst du eine leichte Blutung außerhalb deiner Periode als Schmierblutung eintragen und siehst sie dann in deinem Zyklus verortet. So erkennst du zum Beispiel, ob sie immer wieder in der Zyklusmitte auftaucht oder unregelmäßig kommt: eine hilfreiche Information für deine Frauenärztin oder deinen Frauenarzt. Auch die Cleveland Clinic betont, dass es hilft, festzuhalten, wann eine Schmierblutung auftritt.
Luteal ist ein Werkzeug für Zyklus-Tracking und Wohlbefinden: Es stellt keine Diagnose und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Ist dein Zyklus außerdem unregelmäßig, hilft dir vielleicht unser Ratgeber zum unregelmäßigen Zyklus, ebenso wie unser Artikel zur normalen Zykluslänge. Wie die einzelnen Phasen zusammenhängen, erklärt der Beitrag über die vier Zyklusphasen.
